08.12.1989
Konstituierung eines „Runden Tisches“ des Bezirkes Dresden.
Etwa 90 Vertreter der etablierten und sich neu formierenden Parteien und gesellschaftlichen Organisationen sowie der Kirchen und der Wirtschaft finden sich zu offenen Gesprächen über aktuelle Probleme und die Zukunft zusammen. Grundlage sind Absprachen zwischen dem Rat des Bezirkes Dresden und den Bürgerinitiativen sowie ein entsprechender Aufruf der Sächsischen Zeitung. Moderatoren der mehrstündigen Debatte sind Ordinariatsrat Erich Iltgen als Vertreter der katholischen Kirche und Pfarrer Martin Lerchner als Vertreter der evangelischen Kirche. Im Mittelpunkt steht die Einschätzung der gegenwärtigen Lage, insbesondere die Ereignisse im Objekt der Nationalen Sicherheit (Staatssicherheit) auf der Bautzner Straße 114. Einmütig wird die Anwendung von Gewalt bei der demokratischen Erneuerung abgelehnt. Von der Volkskammer wird die Aufhebung des Beschlusses des Staatsrates über die Amnestie gefordert, stattdessen wird eine für politische Gefangene gefordert, mit Ausnahme derer, die für neofaschistische, rassistische und militaristische Handlungen verurteilt worden sind. Auf der nächsten Zusammenkunft am 15. Dezember stehen Verfahrensfragen der weiteren Arbeit ebenso auf der Tagungsordnung wie die aktuelle Lage im Bezirk und Wirtschaftsprobleme.
 
 
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