19.12.1989
Arbeitstreffen des Bundeskanzlers der BRD Helmut Kohl mit dem Ministerpräsidenten der DDR Hans Modrow.
Im Hotel Bellevue wird vereinbart, die Zusammenarbeit umfassender auszubauen, die Beziehungen auf eine neue Stufe zu heben und sie enger und langfristiger zu gestalten. Über die bestehenden Verträge hinaus soll eine Vertragsgemeinschaft entwickelt werden mit Institutionen zur Behandlung der gemeinsamen Probleme des gesellschaftlichen Lebens, wobei die wirtschaftliche Zusammenarbeit das zentrale Element sei. Zur Begleitung des Bundeskanzlers gehören die Bundesminister Helmut Haussmann, Dorothee Wilms, Norbert Blüm, Kanzleramtsminister Rudolf Seiters sowie eine Expertendelegation. Die anschließende Kundgebung vor der Ruine der Frauenkirche lässt die Emotionen der zehntausend dicht gedrängten Zuhörer stark ansteigen, besonders bei der Ansprache von Bundeskanzler Helmut Kohl. Starker Beifall ertönt, wenn er von deutschen Landsleuten oder Deutschland spricht und den Gedanken der Wiedervereinigung ausdrückt. Die meisten der mitgeführten Losungen entsprechen dieser Stimmung: Deutschland einig Vaterland, Mein Vaterland Deutschland, Europa, die Zukunft, Meine Heimat Sachsen, Einheit, Recht und Freiheit. Obwohl es auch solche mit Nein zur Wiedervereinigung gibt, wird die Kundgebung zu einer Demonstration für die deutsche Einheit. Von nun an überwiegt bei den Demonstrationen die Forderung Wir sind ein Volk.
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